"Was der Mensch alles kann" - unter diesem Motto wird am 27. Oktober der Welt-Ergotherapie-Tag gefeiertDer Schwerpunkt Ergotherapie und Focusing wird als eine Vertiefung des klientzentrierten Ansatzes in der Ergotherapie in vier Richtungen entwickelt:
Focusing als integriertes Instrument in klientenzentrierten ergotherapeutischen Konzepten, wie zum Beispiel im Canadian Model of Occupational Performance (CMOP), im Modell menschlicher Betätigung (Model of Human Occupation, MOHO) oder im KAWA (Fluß) Modell. Hier geht es um die Unterstützung der tatsächlich ablaufenden Klienten- und Therapeutenprozesse während der Anwendung strukturierter Modellschritte. Ziel ist das flexible Erkennen, Verstehen, Kommunizieren und Unterstützen von individuellen Prozessen auf dem Weg der Behandlung.
Focusing als Mittel der Verfeinerung des konkreten Einsatzes von Behandlungsverfahren, wie zum Beispiel in der Spiegeltherapie. Hier geht es um den Einsatz von Focusing für die Vorbereitung, die Durchführung und die Nachbearbeitung der Behandlung.
Focusing als unterrichtbare Einheiten bei verschiedenen Krankheitsbildern, aktuellen Krisen oder ständigen Neuanpassungen.
Focusing als Instrument der Selbstklärung und kollegialen Unterstützung.
Als eine der ersten Aktivitäten neben der Entwicklung dieser Bereiche werden Angebote entwickelt, um Focusing in der Ergotherapie erlebbar zu machen, z.B. dieser Workshop:
Eine Ressource für beide Seiten – Therapeut und Klient im Prozess mit Focusing
Abstract des Workshops "Eine ressource für beide Seiten"Focusing beschreibt ein leicht erlernbares Verhalten für die persönliche Veränderung in komplexen und herausfordernden Situationen. Dadurch können Veränderungsprozesse so modifiziert werden, dass sie persönlich bedeutsam und stimmig sind. Bedeutsamkeit und Stimmigkeit entstehen durch die gezielte, gleichzeitige Wahrnehmung von Gedanken, Gefühlen und somatischen Zuständen – dem sogenannten Felt Sense – und deren systematischer Entwicklung zu authentischen Lösungswegen. Dadurch werden die implizit in Problemen, Konflikten und Entscheidungen enthaltenen Entwicklungschritte so genutzt, dass Ressourcen in der Person geweckt werden: Es entsteht ein individuell passendes, gelassenes und planvolles Handeln.
Vortrag mit Focusing-Einlage von Christa Stowasser zum Thema Ergotherapie und PräventionIn diesem Workshop beschäftigen wir uns aktiv mit den wichtigsten Prinzipien von Focusing: Präsenz, Innere Beziehung und Felt Sense. Diese Prinzipien gelten dabei sowohl für Klienten und Angehörige als auch für Therapeutinnen und Therapeuten. Die möglichen Anwendungen innerhalb von klientenzentrierten Konzepten erwachsen aus der Auseinandersetzung mit dem eigenen Erleben im professionellen Kontext, z.B. für das Erkennen und Verändern automatischer Reaktionen und dysfunktional gewordener Copingstrategien oder zur kollegialen Unterstützung und Selbstklärung.